Montage der Turbinenteile
 

Montage

 

Grundsätzlich müssen alle Schraubverbindungen an der Turbine gegen lösen gesichert werden. Soll heißen: alles mit Schraubensicherung „Mittelfest“ einkleben. Einzige Ausnahme sind die Schraubverbindungen am „heißen“ Ende der Turbine. Dazu im folgenden mehr.

Begonnen wird mit dem Wellentunnel und dem Verdichterleitsystem. Beim Verschrauben ist darauf zu achten, das die Führung nicht mit einem zu großen Spiel ausgeführt ist. Weiter muss das Verdichterleitsystem plan an der Aufnahmefläche des Wellentunnel anliegen. Ist dies nicht der Fall muss das Leitsystem am entsprechenden Radius angefasst werden.

Nun wird die Schmierölleitung eingesetzt und mittels Bindedraht am Wellentunnel gesichert.

Als nächstes wird der Einspritzring mit der fertigen Brennkammer verbunden. Dazu die Nadeln soweit verbiegen, dass diese gesichert mit den Austrittsöffnungen des Kraftstoffs an der Innenwand der jeweiligen Sticks anliegen. 
Den Einspritzring an den Gewindedistanzstücken anschrauben und eine erneute Flammprobe durchführen. In allen Sticks muss eine Flamme zu erkennen sein.  Im Anschluss daran wird die Brennkammer mit den Distanzstücken am Verdichterleitsystem verschraubt. Dabei muss darauf geachtet werden welche Keilschaufel des Verdichterleitsystems aufgebohrt werden muss. Die genaue Position ist den Zeichnungen zu entnehmen.

Als nächstes wird das Turbinenleitsystem montiert. Die Befestigungsschrauben müssen besonders gesichert werden. Dazu werden die Schrauben zunächst angezogen und die Lage in angezogener Position markiert. Nun wird quer durch den Schraubenkopf, in Richtung der Markierung ein Loch gebohrt und anschließend die Schraube wieder angezogen. Nun die Nächste Schraube auf die gleiche Art bearbeiten. Wenn alle Schraube bearbeitet sind wird durch die Löcher ein VA Draht (Durchmesser 0,8 mm) gezogen und dieser dann verdrillt. Somit sind die Schrauben formschlüssig gesichert. Leider kann an dieser Stelle nicht mit herkömmlichen Mittel gearbeitet werden. Federringe glühen aus, Kleber verbrennen alle. 

Beim nächsten Schritt wird nun der Läufer außerhalb der Turbine montiert und ausgewuchtet. Dazu die Teile des Läufers montieren und durch eine Fachwerkstatt auswuchten lassen. Eigentliche jede Werkstatt die sich auf die Instandsetzung von Turboladern spezialisiert hat ist in der Lage diese Auswuchtarbeit vorzunehmen. Bevor nun der Läufer wieder demontiert wird unbedingt darauf achten das die Teile wieder genauso montiert werden können wie nach dem Auswuchten vorgefunden. Im Normalfall hat die Fachwerkstatt entsprechende Kennzeichnungen angebracht. Wenn nicht müssen dies vor der Demontage angebracht werden. Danach wird der Läufer wieder demontiert und im Wellentunnel eingebaut. Unbedingt darauf achten, das die Teile nicht zu stark angezogen sind und das alle Planflächen vor dem montieren leicht gefettet sind damit sich während der Montage keine innere Spannung beim anziehen aufbauen kann. 

Das Verdichterrad sollte, nach erfolgeter Montage, ungefähr 0,1 mm über dem Verdichterleitsystem hervorstehen. Dies kann mit entsprechenden Ausgleichsscheiben am hinteren Lager eingestellt werden.

Nun wird das Gehäuse und die Schubdüse montiert. Für die Verschraubung der Schubdüse keine Edelstahlschrauben verwenden da sich diese im Flansch des Turbinenleitsystemes festfressen.

Als nächstes wird der Verdichterdeckel und die Glühkerzenaufnahme montiert. Der Verichterdeckel wird von innen entweder mit Tuschierfarbe oder mit einem Eding-Stift an mehreren Stellen markiert, anschließend aufgesetzt und der Läufer leicht gedreht. Somit werden die Stellen sichtbar an denen der Läufer Kontakt mit dem Deckel hat. Diese Stellen denn entsprechend auf der Drehmaschine mit Schleifpapier oder einem Schaber nacharbeiten bis ein zufriedenstellender Sitz erreicht ist. Nun den Verdichterdeckel anziehen. Nachdem der Verdichterdeckel montiert wurde muss überprüft werden das das Verdichterrad nirgendwo anläuft. Dazu am besten die Lager der Turbine mit Kerosin benetzen (Am besten mit einer Spritze Öl durch die Schmierölleitung drücken), die Turbine in die Hand nehmen und mit Druckluft anblasen. Durch die hohen Umdrehungszahlen wird spürbar ob ein Anlaufen möglich wäre und ob die Turbine ruhig läuft. Es dürfen keinerlei Vibrationen spürbar sein, der Läufer sollte relativ lange nachlaufen. Dies wäre ein Indiz für die richtige Lagervorspannung.


Nun erfolgt die Montage der Diaodenaufnahme und der Anschlußblock. Über den Anschlußblock werden alle Medien mit der Turbine verbunden. Er wird über entsprechende O-Ringe zur Turbine abgedichtet. Zwischen die Kerosinzuleitung und den Schmierölanschluß wird ein Kavan-Feinfilter montiert. Den Filtereinsatz wird demontiert und statt dessen eine abgeschnittene Kanüle von 0,4 mm Durchmesser eingesetzt. Dies dient als Schmierdrossel. Nun muss die Platine der ECU mit Ihren entsprechenden Dioden und Temperaturfühler montiert werden. Im Anschluss erfolgt die Montage der Abdeckung, Anlasserhalter und Anlasser. Sowie der Glühkerzenaufnahme.

 

Im Grunde sind nun alle Teile miteinander Verbunden und die Turbine fertig montiert.

 

 
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(C) by Ulrich Thiel -letzte Änderung: 19.01.2017-